Eröffnungsfest

ATELIERTURM: Kunst aufgetürmt

 

Nach anderthalb Jahren voller kreativer und bürokratischer Herausforderungen war es am Samstag 29. Oktober 2016 endlich so weit: Der Atlierturm feierte offiziell seine Eröffnung!



 

Bei den letzten vollen Sonnenstrahlen startete um 17 Uhr die erste Führung durch den Turm. Dabei führte Initiatorin und Malerin Zeinab Serage die Besucher über vier Etagen durch die persönlichen Ateliers des Künstlerteams, welches sich neben ihr aus Simone Näf, Nicoletta Buri und Sergio Stupan zusammensetzt. Ziel der vier Kunstschaffenden ist es dem Turm wieder buntes Leben einzuhauchen.

 

Durch die unterschiedliche Schaffensweise gelingt es jedem der vier Köpfe dem knapp bemessenen Raum seine persönliche Handschrift zu verleihen. Wenn man die Holztreppe hinaufsteigt, gelangt man von Stockwerk zu Stockwerk in eine völlig neue Welt. Den Gästen wird Einblick in die jeweiligen Kunstprojekte sowie die dahinterstehenden Persönlichkeiten gewährt. Gleichzeitig sind die verschiedenen Arbeitsplätze durch die offene Treppenhaus-Architektur miteinander verbunden und führen schliesslich hinauf zur Dachterrasse, von welcher man einen wundervollen Ausblick über die Stadt und auf die Berge hat.

 

Parallel zu den Atlierräumen erstreckt sich von der zweiten bis zur fünften Etage der sogenannte Schlauchturm, wo früher Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufgehängt wurden. Nun soll er als Ausstellungsraum dienen. Aufgrund der aussergewöhnlichen Form und Höhe des Raumes, wurde das Konzept einer vertikal rotierenden Konstruktion entwickelt, das zur Zeit noch auf seine Umsetzung wartet.

 

Als einzig beheizbarer Raum dient im Winter das Gemein-schaftsbüro sowie der ZWISCHENRAUM vorwiegend als Arbeitsraum für die vier Künstler, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Da die nächsten Gäste bereits Schlange stehen, begleitet Zeinab Serage die Gruppe nach 20 Minuten wieder in die letzten Sonnenstrahlen hinaus. Aus feuerschutztechnischen Gründen dürfen sich maximal 20 Personen auf einmal im Turm aufhalten.

Damit dennoch alle einen Einblick erhalten können, bietet der ATELIERTURM über den ganzen Abend hinweg im 20-Minuten-Takt Führungen an. Lediglich während der beiden Musik-Sets von Jonas Zahnd und Laura Wiesmann bleibt die Ateliertür geschlossen und die beiden laden mit ihrer stimmungsvollen Musik zum Verweilen ein. Dabei kann man sich an den grossen Feuerschalen im Hof aufwärmen. Das Bistro Prima Luna bereitet liebevoll die vom ATELIERTURM offerierten heissen Marroni sowie köstlichen heissen Most zu.






Darüber hinaus wärmt erlesener Rosé Glühwein von Le Vin Du Capitaine das Gemüt. Im Laufe des Abends rücken alle näher zusamen und so vermischt sich das Publikum, bestehend aus Freunden, Unterstützern und vor allem vielen Neugierigen, die sehen wollen, was sich Neues regt bei der Alten Feuerwehr Viktoria. Längst ist der gleichnamige Verein zu einer bedeutenden Institution geworden, die durch die vielseitigen Zwischennutzungsprojekte das Quartier belebt und prägt. Zeinab Serage betont die wertvolle Unterstützung des Vereins, insbesondere des Präsidenten Manfred Leibundgut für das Projekt ATELIERTURM.

 

Für die Zukunft gibt es bereits weitere vielfältige Ideen: Neben Ausstellungen im Schlauchturm und regelmässigen Führungen sollen Anlässe auf der Dachterrasse mit Fondue und Glühwein angeboten werden. Auf diese Weise soll auch ein Publikum, das sich bisher wenig mit Kunst auseinandergesetzt hat, angesprochen und mit einbezogen werden. Indem alltägliche Ereignisse mit einem künstlerischen Aspekt verknüpft werden, soll Kunst als etwas Natürliches und Alltägliches zugänglich gemacht werden. Dieser Vorstellung entspricht auch das Konzept ZWISCHENRAUM, bei dem zusammen mit Flüchtlingen aus der benachbarten Kollektivunterkunft Viktoria und der Tagesschule künstlerisch gearbeitet wird. Passend zum Leitmotiv Recycling wurden bisher aus alten Zeitungen neues Papier geschöpft sowie aus alten Feuerwehrschläuchen Schlüsselanhänger gefertigt.

An künstlerischen Ideen mangelt es also nicht - und an einem interessierten Publikum auch nicht, wie man am Samstag sehen konnte! Es bleibt demnach die hoffnungsvolle Zuversicht, dass noch viele weitere Feste gefeiert werden und die Kunst ihren Weg ins Quartier und darüber hinaus findet. Vom hohen ATELIERTURM aus hat man auf jeden Fall einen guten Ausblick auf das, was sich so tut in der Stadt Bern.

 

Vorfreudige Grüsse aus dem ATELIERTURM,

 

Frau Holle

 



Kommentar schreiben

Kommentare: 0