Bewegung in der Alten Feuerwehr

Tanzend und strickend Veränderung bewirken

 

 

Die Menschen drängen sich alle vorsichtig aneinander und tasten sich langsam vorwärts. Die Augen haben sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt. Man kann nur erahnen, dass man sich in einem langen schmalen Gang befindet. Der leicht abfallende Boden führt wie eine Rampe ins tiefe Ungewisse. Da erklingt der zarte Gesang einer Frauenstimme, irgendwo am Ende dieses Tunnels. Etwas mutiger setzt sich die Gruppe in Bewegung und versucht dem Klang zu folgen. Plötzlich wird eine Tür geöffnet und ein rotes Licht leuchtet den Weg aus dem Dunkeln.

 

Wo wir uns befinden? In den Kellerräumen der Alten Feuerwehr Viktoria. Wir folgen der Performance DisLocation des Kollektivs ifSenz.

 






 

DisLocation heisst, sich Fehl am Platz zu fühlen und deshalb verunsichert zu sein. Gleichzeitig kann man diese Unsicherheit als Freiheit nutzen, um Neues zu schaffen. Der Begriff kann aber auch bedeuten, dass man sich an zwei Orten gleichzeitig befindet. In Anbetracht der alten Feuerwehrräume könnte das Konzept kaum treffender sein: das Gelände wird durch vielseitige Projekte neu genutzt, die alte Funktion als Feuerwache bleibt aber stets präsent. Dies macht den besonderen Charme der Alten Feuerwehr Viktoria aus.

Diese spannende Ambivalenz bewegt auch das Publikum der Performance. Der Abschluss im Schlauchturm des ATELIERTURMs ist besonders berührend. Von oben herab kann man die einsamen und suchenden Bewegungen der Tänzerin durch Gitterstäbe hindurch verfolgen, während der warme Gesang mit der Akustikgitarre einen zum träumen verleitet.

 

 

 

Steigt man danach die Treppenstufen hinab, wird man von heissem Most und einer warmen Strickstube empfangen. Zehn Tage lang gab es hier Lesungen, musikalische Darbietungen und vielseitige Gaumenfreuden. Mit Fremden wurde so lange geredet bis man zu Freunden wurde – und während all dem waren die Stricknadeln immer in Bewegung!

Warum? Weil Träume wahr werden sollen. Dafür muss man etwas bewegen, in diesem Fall die Antennen der Siwsscom. Sie sollen von der Dachterrasse des denkmalgeschützten Turms verschwinden.

 

Pünktlich zum Samichlause-Tag wurden die drei Antennen mit einem kunterbunten Wollstrumpf überzogen. Über all dem weht eine überdimensionale Samichlause-Socke als Appell: Liebe Swisscom, machen Sie sich auf die Socken und nehmen Sie die Antennen mit!

 



 

Eine wundervolle und bewegte Adventszeit euch allen!

 

Frau Holle

 

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