Gemeinderat wird Regisseur

Theaterstück in drei Akten

 


Es war einmal eine alte Feuerwehr, deren Hallen standen lange leer.

Nach und nach kamen fleissige Leut

sprühten vor Ideen und Tatendrang

und schufen mit regem Werkzeugklang

die Basis für's bunte Leben dort heut.

 

Doch auf dem Turm hoch oben

sitzt ein Fräulein sehr erhaben

schaut dem Wandel zu sehr gerne

solang er bleibt für sie in der Ferne.

 

Daher die SWISSCOM ruft:

Bleibt fern von mir, ich war als erste hier!

Ihr könnt tun und walten wie ihr wollt,

nur lasst meine Geräte unberührt.


 

Der ATELIERTURM ist verwundert:

Das funktioniert wohl kaum,

solang zwei Mieter sind im gleichen Raum.

Wir haben einen Vertrag für die Miete

und ohne die Dachterrasse ist unser Konzept eine Niete.

 

Die SWISSCOM erläutert daraufhin:

Ich will hier nicht weg, ist sehr angenehm hier

und ausserdem sind meine Antennen

woanders nicht gern gesehen.

 

So rufen beide verzweifelt nach der Dritten im Bunde:

Immobilien Stadt Bern was sagen Sie zu dieser Kunde?

 

Die ISB hält sich zurück:

Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

 

So verlassen alle den runden Tisch

an dem man hat versammelt sich

ohne ein lösendes Ergebnis

bleibt weiterhin das Ärgernis.

 

Theater ist grundsätzlich wunderbar und heutzutage leider viel zu rar.

Aber in diesem Fall muss das Trauerspiel ein Ende haben und zwar möglichst bald!


Die Dachterrasse ist ein wichtiges Element im Konzept des ATELIERTURMs. Es wurden bereits verschiedene Anlässe mit Apéros auf dem Dach des Gebäudes durchgeführt. Auf diese Weise wird eine Öffnung des Kunstraums für die Bevölkerung ermöglicht. Im Rahmen der von der Alten Feuerwehr Viktoria angebotenen Rundgänge erfährt das Turm-Apéro mit dem einzigartigen Ausblick die grösste Nachfrage und eine hohe Wertschätzung durch das Publikum.

 

Daher appellieren die KünstlerInnen an alle Unterstützer des ATELIERTURMs sich aktiv an der Suche nach einem neuen Standort für die Antennen zu beteiligen! Gebäude im Radius von ungefähr 150 Metern um den Turm bieten eine gute Alternative. Idealerweise liegt das Dach auf vergleichbarer Höhe und wird nicht genutzt (z.B. als Terrasse oder Estrich). Auf diese Weise soll die Arbeit des Planungsteams der Swisscom, das im neuen Jahr beginnt, beschleunigt und der Nutzungskonflikt schnellst möglich aus der Welt geschaffen werden.

Die Alte Feuerwehr Viktoria hat sich innerhalb kurzer Zeit als kulturelle und soziale Institution etabliert. Aktuell steht die Finanzierung und die Frage nach einem möglichen Eigentümerwechsel für die definitive Nutzung im Raum. Die Alte Feuerwehr Viktoria hat bisher grosse politische Unterstützung erfahren. Für die nächste Zukunft hofft der Verein auf Rückhalt durch den neu zusammengesetzten, 5-köpfigen Gemeinderat. Dieser ist entscheidend für die Zukunft der Alten Feuerwehr und bestimmt den Handlungsspielraum beim aktuellen Nutzungskonflikt.

 

Die KünstlerInnen des ATELIERTURMs wünschen sich eine baldige Klärung, damit sie ihre Energie wieder in ihre künstlerische Arbeit fliessen lassen und ihr Projekt vorantreiben können. Sie schauen zuversichtlich auf das neue Jahr und hoffen, dass die politische Neustrukturierung ihnen die erforderliche Unterstützung bringen wird!


 

Aus dem ATELIERTURM, 

Frau Holle

 

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